Selbstdarstellung

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Die Alevitische Gemeinde zu Berlin e.V. (abgekürzt: BAT) setzt sich seit 1979 in den Bereichen Kultur, Bildung, Glauben und Integration aktiv und erfolgreich ein. Die Gemeinde wird im Vereinsregister unter dem Namen „Berlin Alevi Toplumu – Alevitische Gemeinde zu Berlin e. V." geführt und ist seit 2002 vom Berliner Senat als Religionsgemeinschaft im Sinne des Schulgesetzes anerkannt. Die Alevitische Gemeinde zu Berlin e. V. verdeutlicht über den Alevitischen Religionsunterricht (ARU) an Berliner Grundschulen seine offene, transparente und liberale Haltung. Ferner beteiligt es sich an gesellschaftlichen Sachfragen aktiv und nimmt bewusst Position ein. Bei der Diskussion um den Volksentscheid zur Initiative "Pro Reli" im Frühjahr 2009 hat sich die Gemeinde für die Beibehaltung der Berliner Regelung mit Ethik als obligatorisches Schulfach für Oberschüler und dem Religionsunterricht als zusätzliches und freiwilliges Angebot ausgesprochen. Die Position der Gemeinde war dabei von der Verantwortung für das Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher religiöser Überzeugungen geleitet und nicht von den Interessen der Gemeinde als Anbieter von Religionsunterricht in Berlin.

Die Gemeinde wird nach Außen und Innen durch den Vorstand vertreten. Dieser wird für die Zeit von zwei Jahren gewählt. Die Vorstandsarbeit wird zusätzlich von qualifizierten Gremien unterstützt, begleitet und evaluiert.

Im Mittelpunkt des Wirkens der Institution steht der Dienst am Menschen. Die Gemeinde sieht es als seine besondere Aufgabe an, sich den konkreten Problembereichen der gesellschaftlichen Partizipation und des praktischen Zusammenlebens zu stellen und nach Wegen ihrer Entspannung und Entwicklung zu suchen.
Die Richtziele der Gemeinde sind:

1. Widerstand gegen Ungerechtigkeit, Aussprache für Gerechtigkeit
2. Toleranz, Verantwortung und Einverständnis der Mitmenschen
3. Gleichberechtigung aller Menschen, Gleichberechtigung von Mann und Frau
4. Bildung und Erziehung
5. Materielle Bedürfnisbefriedigung zum Gemeinwohl

Das Gerüst dieses Handelns bildet das alevitische Wertesystem, das wiederum im Einklang mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht.
Kraft bezieht das BAT durch den immerwährenden Zuspruch und der konstruktiven Kritik der Gemeinde und ihren Partnern. Die Einrichtung versteht sich als überparteiisch in der politischen Landschaft Berlins organisiert. Dementsprechend richten sich die Angebote und Dienste sowohl an die ca. 70.000 Aleviten, die in Berlin ihre neue Heimat gefunden haben, als auch an andere nichtalevitische Mitbürger der Stadt.

Die Mitglieder der Gemeinde kommen aus den verschiedenen Landesteilen der Türkei. Sie bringen daher verschiede Traditionen und Sprachen in die Alevitische Gemeinde zu Berlin. Die Gemeinde ist sich dieser Pluralität bewusst und setzt sich für die Erhaltung und Pflege dieser Vielfalt ein. Neben der türkischen Sprache werden auch zaza und kurdisch in der Alevitischen Gemeinde gesprochen. Diese drei Sprachen werden als kulturelle Bereicherung der Gemeinde verstanden.

In den letzten Jahren hat sich die Alevitische Gemeinde großen Herausforderungen gestellt. Die rasante Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnik haben in hohem Maße organisatorische Anforderungen an die Gemeinde gestellt. Ein Ergebnis dessen ist die zunehmende Vernetzung mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren.
Das stetige Wachsen der Erwartungen der Gesellschaft an die Qualität der Angebote und Aktivitäten stellt für die Gemeinde ebenfalls einen wichtigen Auftrag dar. Nicht mehr allein Vereinsziele bestimmen das Handeln, sondern Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit rücken stärker in das Blickfeld. Das führt dazu, dass ein ständiger Veränderungs- und Verbesserungsprozess stattfinden muss.

Als eine moderne und offene Einrichtung sind wir stets bestrebt ein kompetenter und innovativer Ansprechpartner für andere Institutionen bzw. der lokalen Stadt- und Bezirksverwaltung zu sein. Interessante Ideen der Menschen werden aufgegriffen und schnell umgesetzt. Diesen Prozess begleiten Verantwortliche aus der Gemeinde, um so einen positiven Lerneffekt für zukünftige Projekte und Aktivitäten bereitzustellen.

Aus der oben beschriebenen Verantwortung für das Gemeinwesen hat das BAT seit 2006 mehrere Projekte in Zusammenarbeit mit dem Referat Soziale Stadt und dem Quartiersmanagement entwickelt. Mit dem Umsetzen dieser Vorhaben wurden und sollen grundlegende Probleme von Menschen mit Migrationshintergrund auf niederschwelligem Niveau im Umfeld Schule und Familie angegangen und mittelfristig auf hohem Niveau gelöst werden. Über die Projekte möchte die Gemeinde eine Begegnungsstätte für Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts, verschiedener Herkunft und Lebenseinstellung sein. Dadurch soll ein friedliches Zusammenleben, freundschaftliche Nachbarschaft und Hilfsbereitschaft sowie für eine Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität und der individuellen Bildungschancen ermöglicht sein. Im Zentrum unserer Pläne, Aktionen und Projekte stehen deshalb die Anliegen, Probleme und Interessen der in Berlin lebenden Menschen. Die Gemeinde bietet als ein offenes und transparentes Haus die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden.

Projektbeispiele
1. Nähwerkstatt – Quartiersmanagement Mariannenplatz
2. Frauen am PC - Quartiersmanagement Mariannenplatz
3. Kulturwoche 2008 - Quartiersmanagement Mariannenplatz
4. Brücken bauen für die Zukunft 2007-2008 – Referat Soziale Stadt Berlin
5. Brücken bauen für die Zukunft 2008-2009 – Referat Soziale Stadt Berlin
6. Schalldecke Kulturzentrum 2009 – Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain
7. Brücken verbinden Menschen und Ideen 2009-2010 – Referat Soziale Stadt Berlin
8. Nachbarschaftstreff Kulturzentrum 2011 – Referat Soziale Stadt Berlin
9. Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung für Schüler (Nachhilfe bis zur 13. Klasse)

Gestützt auf den Säulen der Projektmethode, steht die Vermittlung von Partizipationsmöglichkeiten und das Verständnis für Demokratie und Freiheit im alltäglichen Leben an oberster Stelle. Durch den projektorientierten Ansatz der Gemeinde sollen die Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten auszubauen, zu festigen und zu entwickeln.

Der Vorstand
Alevitische Gemeinde zu Berlin e. V. -
Berlin Alevi Toplumu