Pressemitteilung: Die Alevitische Gemeinde zu Berlin möchte keine bezahlten Geistliche aus der Türkei

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Das halbstaatliche türkische „Republikanische Stiftungszentrum für Bildung und Kultur" (türk. CEM Vakfi) hat alevitische Geistliche nach ganz Europa entsendet, um die Aleviten im Trauermonat Muharrem in religiösen Angelegenheiten zu betreuen. Die Alevitische Gemeinde zu Berlin erklärt dazu:

Die Alevitische Gemeinde zu Berlin organisiert mehr als drei Jahrzehnte religiöse Zeremonien ohne die Unterstützung von Geistlichen, die einer staatlichen bzw. halbstaatlichen Organisation gehören. Die Aleviten wurden über Jahrhunderte in die Marginalität und Isolation gedrängt, in der Hoffnung, sie im sunnitischen Islam auflösen zu lassen. Noch heute dauern die Repressalien gegen die Aleviten an. Die Regierung Erdogans weigert sich, Aleviten einen religiösen Status in der Türkei einzuräumen.

Um dem Assimilationsdruck zu widerstehen, sind Aleviten gezwungen, mehr denn je, Geschlossenheit und Einheit zu demonstrieren. Der unermüdliche Kampf der Aleviten um Gleichberechtigung und Gleichbehandlung kann nur dann weiterhin erfolgen, wenn die traditionelle Organisationsstruktur der Aleviten gewahrt wird. Diese untersagt es den Geistlichen im Dienste jener zu stehen, die die Werte und Normen der Aleviten nicht achten und akzeptieren. CEM-Vakfi übernimmt genau diese Aufgabe, deswegen duldet die Alevitische Gemeinde zu Berlin die Prediger dieser Einrichtung nicht in ihren Räumlichkeiten um über jene religiösen Inhalte des Alevitentums wie Unkäuflichkeit, Unbestechlichkeit usw. zu predigen.