Pressemitteilung: Alevitische Gemeinde zu Berlin stellt die Muharrem-Fastenzeit vor

  • Drucken

Anlässlich der bevorstehenden Muharrem-Fastenzeit (04.11.2013 – 15.11.2013) erklärt die Alevitische Gemeinde zu Berlin:

Die Alevitische Gemeinde stellt die Muharrem-Fastenzeit mit verschiedenen Aktivitäten im Gemeindezentrum in der Waldemarstraße 20 vor. Alle Berlinerinnen und Berliner sind eingeladen unsere Gemeinde in der Fastenzeit täglich von 15 – 19 Uhr zu besuchen.

Hintergrundinformationen zum Muharrem-Fasten, Aschure-Tag und dem Muharrem-Cem

Als Muharrem-Fastenzeit der Aleviten gilt eine Zeit, die entweder nach islamischem Kalender 20 Tage nach dem Opferfest oder zehn Tage später als im Vorjahr beginnt. Aleviten fasten zur Trauerandacht im Monat Muharrem zwölf Tage lang. Die Regeln des Muharrem-Fastens sind sehr umfangreich. Während den zwölf Tagen wird in Erinnerung an Imam Hüseyin getrauert und gefastet. Er wurde in der Wüste von Kerbela (im heutigen Irak) ermordet.

Das Fasten besteht u.a. aus: kein Wasser trinken (Milch, Yoghurt und Früchte sind erlaubt); kein Fleisch essen; auf dem Tischen darf kein Messer und keine Gabel gedeckt werden; es darf kein Blut fließen (=Schlachtverbot); von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird nichts gegessen und getrunken; Männer dürfen sich nicht rasieren; es dürfen keine Feierlichkeiten stattfinden; zum Andenken werden Trauerlieder gesungen; in Erinnerung an das Martyrium möglichst viel trauern.

Am 13. Tag wird Asure gegessen. Asure ist eine Süßspeise, die aus zwölf Zutaten (u.a. aus verschiedenen Getreidesorten) zubereitet wird. Hiermit zeigen Aleviten nach der Trauer um das Martyrium Imam Hüseyins ihren Dank, dass Zeynel Abidin, Hüseyins Sohn, das Massaker in Kerbela überlebt hat und so die Reihe der zwölf Imame fortgesetzt werden konnte.

Die Aleviten wurden in den letzten Jahrhunderten unterdrückt und teilweise assimiliert. Deshalb fand zum Teil eine Angleichung an die sunnitische Umgebung statt, so dass entweder die alevitischen Feste nicht mehr gefeiert wurden oder das Datum sich am islamischen Kalender orientierte. Im Zuge des in der Diaspora wachsenden Selbstbewusstseins werden auch solche Fragen diskutiert. Die Aleviten üben und pflegen eine pluralistische Gesellschaftsordnung, in dieser gibt es keine Stelle, die von oben etwas verordnen kann.