Pressemitteilung 08.09.2013: Bundestagswahl: Alevitische Gemeinde zu Berlin fordert Gerechtigkeit

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Zum Bundestagswahlkampf erklärt die Alevitische Gemeinde zu Berlin:
Frauen und Migranten werden leider immer noch als Menschen zweiter Klasse behandelt. Es ist inakzeptabel, dass Frauen bei gleicher Arbeit fast ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Daher fordern wir gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!
Unabhängig von der Herkunft soll jeder gleichberechtigt leben und mitbestimmen können. Beispielsweise sind einige Regelungen im Wahlrecht ungerecht und sollten modernisiert werden. Es ist ungerecht, wenn EU-Bürger an Kommunalwahlen teilnehmen dürfen, jedoch Nicht-EU-Bürgern die Teilnahme verwehrt wird. In vielen EU-Staaten dürfen Nicht-EU-Bürger zumindest an Kommunalwahlen teilnehmen. Unser Staat soll dies ebenfalls ermöglichen!
Im Staatsbürgerschaftsrecht herrscht leider ebenfalls Ungerechtigkeit. Während bei EU-Bürgern die doppelte Staatsbürgerschaft toleriert wird, müssen Türkeistämmige sich zwischen der türkischen und deutschen Staatsbürgerschaft entscheiden. Wir möchten nicht als Menschen zweiter Klasse behandelt werden und fordern die generelle Akzeptanz der doppelten Staatsbürgerschaft!
Die erheblichen Mängel bei den Ermittlungen der NSU-Mordserie haben das Vertrauen in die deutschen Sicherheitsbehörden verletzt. Das Vertrauen muss wieder aufgebaut werden! Dies geht durch stetige Professionalisierung und interkulturelle Weiterbildung der Sicherheitsbeamten. Es müssen auch unbedingt mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den Sicherheitsbehörden eingestellt werden. Außerdem erwarten wir eine angemessene Bestrafung der Täter und Konsequenzen für die zuständigen Sicherheitsbeamten, die nicht wiedergutzumachende Fehler begangen haben.

Alevitische Gemeinde zu Berlin